Vortrag von Frauke Spreckels, anlässlich des Frauenwirtschaftstags am 14. Oktober 2011
Auszug aus dem Vortrag von Frauke Spreckels:
... "Was wünschen Frauen und Männer, und was können sie realisieren?
Frauen gehören heute zu der am besten ausgebildetsten Frauengeneration überhaupt. Sie ziehen mit ihren männlichen Altersgenossen auf allen Bildungsebenen gleich, teilweise erreichen sie bessere Abschlüsse. Sie wünschen sich, ihre Qualifikationen auch dauerhaft in entsprechende Berufsverläufe umzusetzen. Nur 5% stellen sich ihr Leben ausschließlich als Hausfrau und Mutter vor.(Familienmonitor 2008) Leben tun es aber über 50% der jungen Mütter. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klaffen große Lücken.
Väter wünschen sich mehr Zeit für Familie, arbeiten aber mehr und länger, als Männer ohne Kinder. Das Arbeitszeitvolumen von Frauen ist in Deutschland nicht gestiegen, obwohl die Erwerbsquote seit Jahren zunimmt, d.h. mehr Frauen arbeiten, aber insgesamt weniger Stunden. Was einer eigenen Existenzsicherung sicher nicht genügt. Frauen wollen mehr und länger oder überhaupt arbeiten, können es aber nicht so, wie sie wollen."
Wenn Sie mehr davon lesen wollen, finden Sie in dem PDF unterhalb den gesamten Vortrag.
Weiter unten heißt es ………
"Eine Umfrage des Zentrums für Sozialforschung e.V. im Raum Hannover hat ergeben, dass in 2008 2/3 der klein- und mittelständischen Betriebe (KMUs) von Rekrutierungsproblemen betroffen sind, von denen wiederum die Hälfte einen direkten, negativen Einfluß auf Wachstum und Investion feststellen. Bemerkenswert an letzter Studie für unser Thema heute: Befragt, welche Zielgruppen angesichts des schon vorhandenen und zukünftig erwarteten Fach-und Führungskräftemangel in den Blick genommen werden, geben 59% der befragten die älteren Arbeitnehmer an. Abgesehen von den Betrieben in der Gesundheitsbranche, ist die zunehmende Rekrutierung von Frauen nur für ein Drittel der Befragten ein Thema, knapp die Hälfte der Betriebe schließen die Rekrutierung von Frauen aus! Frauen werden als vollwertige Arbeitskräfte nicht ernst- und wahrgenommen. Das gilt nicht nur für die Region Hannover: Unter den 10 verbreitetesten Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel war die gezielte Rekrutierung von Frauen bundesweit auf dem letzten Platz. Die Quotendiskussion hat hier Bewegung hineingebracht, zumindest, was den Markt für Führungskräfte anbelangt. Headhunter berichten, dass sie gezielt mit der Suche nach geeigneten Frauen beauftragt werden. Aber von der momentanen Aufregung im Top-Management abgesehen die Nachfrage nach Frauen ist bei Weitem nicht so, wie es der demographische Wandel erwarten ließe.
Warum ist das so? Warum sind Frauen als Arbeitskräfte weniger gewünscht und, gemessen am durchschnittlichen Einkommen, weniger wert? Der prozentuale Unterschied im durchschnittlichen Bruttoverdienst („Gender pay gap“) (unbereinigt) betrug auch 2010 unverändert 23%, der gender pay gap im EU-Durchschnitt ist dagegen um 1% auf 17% gesunken." ……
- Dateien:
20111014_Frauenquote_01.pdf
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