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16-02-08 12:12 Alter: 10 yrs
Edith Stein und das FNW

Von: JUH

Kategorie: Bisherige Aktionen

Unsere Fahrt nach Bad Bergzabern zur Taufkirche

Das FNW in der St. Martinskirche in Bad Bergzabern
Das FNW in der St. Martinskirche in Bad Bergzabern

mehr Bilder: <a href="http://www.frauennetzwerk-bruchsal.de/index.php?id=49">In Bad Bergzabern: Edith Stein</a>
mehr Bilder: In Bad Bergzabern: Edith Stein

Die Heilige Edith Stein - was hat eine solche Frau, die sich dem Gelübde der Schweigsamkeit, Keuschheit und Demut mit einem FrauenNetzwerk zu tun, das sich doch eher mit dem lautstarken Eintreten für Überzeugungen, Frauenrechte und "Unbeugsamkeit und Rebellion" gegen bestehende Strukturen identifiziert?

Edith Stein war weitaus mehr als "nur" eine Heilige. Sie war eine "starke Persönlichkeit". Das konnten wir bei dem Vortrag, den Julia Hähnel dem FrauenNetzwerk in der Taufkirche hielt, deutlich feststellen.

Sie setzte sich nicht nur auf eindrückliche Weise mit der Religion auseinander sondern beschäftigte sich mit Philosophie, Politik, und dem aktuellen Geschehen in der Gesellschaft.

In eine Gesellschaft geboren, die den Frauen noch viele Rechte und Möglichkeiten versagte, bekam auch sie den "Zeitgeist" voll zu spüren. Es war ihr zwar schon möglich das Abitur zu machen, zu studieren und sogar zu promovieren. Eine Karriere in der Wissenschaft, d.h. zuerst einmal eine Habilitation blieb ihr jedoch versagt.

So widmete sich Edith Stein der Lehrerinnen-Ausbildung. Hier zeichnete sie sich dadurch aus, dass sie den künftigen Lehrerinnen, auch politische und philosophische Inhalten vorlegte. Gleichzeitig setzte sie sich deutschlandweit mit Vortragsreisen für ein neues Frauenbild ein.

Trotz ihrer sehr frühen und immer fortwährenden Auseinandersetzung mit ihrer Ausgangsreligion und auch dem Katholizismus, lässt sie sich erst mit etwa 30 Jahren taufen. Bis sie dann in ein Kloster eintritt, es wird das Kölner Karmel sein, dauert es weitere 13 Jahre. Hier muss jedoch gesagt werden, dass sie sich schon mindestens seit ihrer Taufe mit dem Gedanken beschäftigte, in ein Kloster einzutreten. Ein Grund, dafür, dass es solange dauert ist sicher ihr reges Interesse an den Geschehnissen in ihrer Umwelt und auch die Beratung verschiedener Freunde, die ihr Wirken in der Öffentlichkeit ud in der Lehrerinnenausbildung für äußerst wichtig halten.

Der wichtigste Grund dafür, dass sie schließlich im Jahr 1933 in das Kloster eintritt, ist sicher in dem durch die Nationalsozialisten ausgesprochenen Berufsverbot zu suchen. Doch auch nach ihrem Gelübde, bleibt sie an der Öffentlichkeit interessiert und versucht ihren Einfluss geltend zu machen. So ist sie - vergeblich - bemüht den Papst zu einer öffentlichen Stellungnahme zu den Verbrechen gegenüber den Juden zu bewegen.

Später - 1942 - wird auch sie ein Opfer der allgemeinen Judenverfolgung und schließlich in Auschwitz in eine Gaskammer geschickt.

 

Unser Fazit des Vortrages war, dass Edith Stein uns in ihrem gesamten Tun und Sein fasziniert: als Heilige, als Frauenrechtlerin, Philosophin, Lehrerin, Jüdin, Atheistin und Christin.

Trotz dieser Widersprüche – oder gerade deshalb - spiegelt ihre Lebensgeschichte eine Einheit von Denken, Glauben und Handeln, die eine Herausforderung für uns darstellt.

 

mehr Bilder gibt es hier: In Bad Bergzabern: Edith Stein

 

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